Kleine Konsolen mit komplexem Sound

Mit Chip Hits the Fan in die 8Bit-Musik einsteigen

In einem Gastbeitrag auf net:works beschreibt Hannes Fertala, Mitgründer von CHIP HITS THE FAN, was Chiptunes eigentlich sind und wo die Wurzeln liegen – und worauf wir uns im Konzert freuen können!

Chip_tune

Im Mai 2010 trafen sich ein junger Musiker aus Neumarkt, der sich erst kürzlich in Australien mit Chiptune infiziert hat, ein frisch zugezogener Wahlfranke aus Österreich samt Gameboy und Lötkolben, sowie noch weitere partyfreudige Menschen aus einem damals bereits recht etablierten Künstlerkollektiv.

Die Idee war es, erstmals ein Chiptune-Festival in Nürnberg zu veranstalten – ganz nach dem großen Vorbild „Blip-Festival“ aus den USA. Vorträge zur Entstehung der Musikrichtung waren geplant, sowie Workshops bei denen die Besucher sich selbst als Gameboy-Musiker versuchen können und ihre ersten Kompositionen gleich auf der „Open Stage“ und vor Publikum zum Besten geben können. Der Höhepunkt sollte natürlich der Konzert-Abend selbst sein, mit vielen bekannten Künstlern aus der Szene. CHIP HITS THE FAN war geboren!

Zwecks Promotion hat man sich vor dem Festival am Nürnberger Bardentreffen mit seinem Gameboy unter all die Straßenmusiker gemischt und so manch verwunderte Blicke geerntet. Das funktioniert 2015 übrigens immer noch genauso gut, da es Chiptune nach wie vor nicht bis an die Spitzen der Charts geschafft hat und das ist auch gut so. 8-Bit Fragmente in kommerzieller Musik sind aber durchaus in Mode gekommen und gar nicht mal so selten zu hören.

gameboys

Foto: the_agent

Der Reiz, Musik mit alten Gameboys, Homecomputern und Konsolen zu machen, liegt an den scheinbar begrenzten Möglichkeiten, ihnen komplexe Sounds zu entlocken. Doch es finden sich immer wieder Mittel und Wege, der alten Hardware neue Tricks beizubringen. Ob nun über programmiertechnische Kniffe oder gleich über „Modding“, dem Modifizieren und Erweitern der alten Handhelds und Konsolen – die Ergebnisse sind immer wieder erstaunlich und stehen modernen Musikproduktionen um nichts nach. Wer einmal zu den tiefen Bässen eines Gameboy-Classic Baujahr 1989 im Club getanzt hat, wird das bestätigen können.

CHIP HITS THE FAN hat nicht nur vom ersten Festival an als Konzept funktioniert, sondern zugleich auch die lokale Szene in der Region zusammen gebracht. Daraus entstand unter anderem auch der Nürnberger Gameboy-Stammtisch, der sich monatlich trifft, um über Konzerte, Modding und Chiptune-Musik zu reden.

Am CHIP HITS THE FAN sind neben Acts aus Deutschland aber auch internationale Künstler immer wichtiger geworden. So waren in der Vergangenheit 8Bit-Größen wie Chipzel (UK), Ultrasyd (FR), Deadbeatblast (US) , Men Of Mega (NL) und der GAMEBOYMUSICCLUB (AT) live in Nürnberg zu sehen.

Auch 2015 setzt das Festival wieder auf eine ausgewogene Mischung und präsentiert die französische Chiptune-Band DUBMOOD, den Newcomer WHITLEY aus Großbritannien, sowie die 8Bit Legende TRONIMAL aus Wuppertal, die sogar die Kunst der 1Bit-Musik beherrscht. Eine weitere Band ist POLY IN FRAMES aus Hamburg und die CHTF ALLSTARS – ein Kollektiv aus dem Dunstkreis des Festivals. Optisch untermalt wird alles mit 8Bit Visuals von Back To Newc45tle, der eine Heerschar von alten Konsolen mit analogen Mischpulten vereint und damit die Musik in einen Retro-Kontext stellt, der doch sehr modern und künstlerisch anmutet.

Aber nicht nur Musiker, sondern auch Fans aus ganz Deutschland werden wieder am CHIP HITS THE FAN (#CHTF2015) erwartet. Diese haben neben dem Festival auch die Möglichkeit die Aktivitäten und Ausstellungen des net:works-Festivals zu besuchen, das ganz unter dem Motto „kultur und öffentlichkeit zwischen analog und digital“ steht und den Schwerpunkt auf Spielekultur und Kunst legt.

CHIP HITS THE FAN findet am 24. Oktober um 21 Uhr im Künstlerhaus im KunsKulturQuartier statt.

Anmeldung zum Workshop mit CHIP HITS THE FAN

Rainer Hertwig am 9. September 2015

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