Gameboys, Gamben und Galaxien

Die Konzerte während des Festivals

Tronimal_Artwork

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Vinyl ist wieder auf dem Vormarsch, jährlich wird ein RecordStoreDay zur Rettung lokaler Plattenhändler veranstaltet und Livekonzerte ziehen mehr Besucher denn je. „Digital ist besser“ hat für Musikschaffende und Fans nicht ausnahmslos zu gelten. Zwei besondere Veranstaltungen zum Thema Musik zwischen analog und digital werden im Rahmen von net:works zu erleben sein.

Am 17. Oktober ab 16 Uhr kontrastieren Bauer & Hantschel im Rahmen von STARTup, der Eröffnung des GamesARTEN, grafische Formen und Elemente alter Videospiele mit eigenkomponierter Musik unter dem Stichwort „PacManSwing“. Anschließend presst der Chipsound-artist Irq7 aus Österreich in seinem Chiptunes-Konzert den letzten Bit aus seinem Gameboy. Zusammen mit Melted Moon aus Aschaffenburg wird Videospielsound zum tanzbaren Klangereignis.

Am 17. Oktober um 19.30 Uhr lässt der Musikforscher und Künstler Bastus Trump Musikerduos in getrennten Räumen musizieren. Für das Konzert „Blind Date“ improvisieren die Künstler des Vereins Metropolmusik e.V. gemeinsam, ohne sich jedoch zu sehen. Dank immer neuer Verschaltung bzw. Vernetzung der Spielorte entsteht so ein Flechtwerk aus analoger Musik mit digitalen Impulsen. Ebenso spannend werden die musikalischen Begegnungen von zwei Spielern an Saxophon, Live-Elektronik und Schlagzeug beim Werk „Entropie“, das den Weg einer Zeitreise vom Urknall bis zum Kollaps des Universums und seiner Galaxien musikalisch nachzeichnet. Das Publikum wird Zeuge dieses Improvisationsflechtwerks und kann den aufgezeichneten Nachhall dieses einzigartigen Konzerts noch bis zum 25. Oktober im Schwabacher Stadtmuseum erleben.

DietrichHaboeck

Dietrich Haböck

Am 23. Oktober gibt’s dann im Innenhof des Palais Stutterheim Erlangen Gelegenheit zum Ohren testen: Ein Abend mit dem Gambisten Dietrich Haböck. Er wird es nicht bei den Klängen des fast „ausgestorbenen“ und vollkommen analogen Instrumentes Gambe belassen, sondern uns etwas über dessen Geschichte erzählen, inklusive Exkurs zur Bedeutung des Digitalen in der Musik. Dietrich Haböck studierte zunächst Viola bevor er sich der Viola da Gamba widmete. Studien in Nürnberg und Bremen inklusive diverser Meisterkurse rundeten seinen musikalischen Werdegang ab. Er ist mehrfacher Preisträger des Mozartwettbewerbs und wirkt(e) an verschiedenen Projekten der Nürnberger Staatsoper mit.

Am 24. Oktober werden dann im Festsaal des Nürnberger Künstlerhauses Gameboys, Konsolen und Co zu Musikinstrumenten umfunktioniert. Wie Beats, Bässe und Bleeps statt der immergleichen Tetrismelodie aus den Spielekonsolen hervorgelockt werden können, erfahren Interessierte in einem Workshop.  Die Ergebnisse und zudem Sets namhafter Acts aus der Chiptuneszene werden im Anschluss auf der großen Bühne des Festsaals präsentiert.

Es war Mitte der 90er, als die Hamburger Band Tocotronic ihr erstes Album „Digital ist besser“ veröffentlichte – net:works liefert gut 20 Jahre später neue Impulse, Fragestellungen und Ansätze. In Schwabach, Nürnberg und dem gesamten Großraum. Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk!

17. Oktober PacManSwing und Irq7 bei STARTup, ab 16 Uhr im Kulturforum Fürth.
17. Oktober Improvisationsflechtwerk Konzert mit Bastus Trump und Metropolmusik e.V., 19.30 Uhr im Stadtmuseum Schwabach

23. Oktober 2015, Musik im Mach-Salon mit Dietrich Haböck, 19:30 Uhr im Palais Stutterheim – Innenhof
24. Oktober Chip Hits The Fan Musik mit Gameboys, 19 Uhr Workshop / 22 Uhr Konzert, Künstlerhaus Festsaal

Rainer Hertwig am 18. September 2015

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