LiterraForming – die Orte werden scharf gestellt

Wildschweine

11 Gedichte wollen die Geheimnisse von 11 Erlanger Orten einfangen: Orte voller poetischer Details, die ich eigentlich „nur niederschreiben“ musste. Details, die dem genauen Leser und Beobachter zuzwinkern, ohne sich sogleich zu entblößen. Dass man auf die gemeinten Orte nicht immer „von selber“ kommt, ist beabsichtigt – schließlich soll so viel Geheimnis bleiben, dass Assoziationsräume beim Lesen entstehen können: bildhafte Räume, die man, wenn überhaupt, nur „indirekt“ fotografisch einfangen, bearbeiten und montieren kann (so, wie es die Fotokünstlerin Annette Horn getan hat) – Fantasie-Orte, die womöglich auch zur Klangerzeugung inspirieren (siehe klangkünstlerische Beiträge von Michael Ammann).

Inzwischen steht das Gesamtwerk aus Klängen, Bildern und Gedichten online – und die gemeinten Orte sind bereits mit ihren Gedichten plakatiert worden. Es sind Orte, die ich aus meiner Kindheit kenne, wie das Rötelheim-Bächla, das Wildschweingehege, der Zentralfriedhof, die Kirche St. Bonifaz oder der Aromagarten. Es sind Orte, die mir später begegneten, als ich zum Studium nach Erlangen zurückkehrte, wie das Brucker Seela, die Bahnunterführung am „Omega“, der Aussichtshügel „Kugelfang“ im Tennenloher Wald oder auch die Regnitz unmittelbar am Westbad. Und es sind Orte, die mich erst in den letzten Wochen unerwartet angesprochen haben, wie der 14. Stock des Erlanger Rathauses oder das oberste Parkdeck auf dem Neuen Markt.

Doch welcher reale Ort gehört zu welchem Gedicht?

BruckerSeela

Sie möchten die Zusammenhänge aufdecken? Mit der Kenntnis der Orte erhalten Sie einen „Schlüssel“ zu den Gedichten. Zugleich könnte aber ein anderer Zugang schwieriger werden oder gar verloren gehen: der zu Ihren ganz eigenen Fantasie-Orten, die Sie mithilfe der Gedichte in ihrem Kopf kreiert haben. Und da stellt sich eine alt bekannte Frage: Lassen sich Gedichte (lässt sich Kunst) auf „Bedeutung“ reduzieren? Oder wird immer ein imaginärer Ort neben dem realen bleiben? Was passiert mit den LiterraForming-Orten, wenn Sie deren Standpunkte auf einer „Google-Map“ nachvollziehen? Werden sie „realer“? Oder virtuell?

Hier geht’s zur Karte!

Ich danke Ihnen fürs Mitspielen!

Christian Schloyer

Rainer Hertwig am 23. Oktober 2015

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