Kannst du’s zeichnen, kannst du’s bauen

Wie FabLabs neue kreative Ausdrucksmöglichkeiten schaffen

net:works lädt im Rahmen des Makerspaces „Das Internet schließt in 8 Tagen!“ vom 17. bis 24. Oktober in den Innenhof des Palais Stutterheim. Das erste Wochenende wird dabei vom Erlanger FAU FabLab bestritten. Wir haben uns mit Patrick Kanzler, Julian Hammer und Sebastian Endres unterhalten, über die FabLab-Bewegung und was uns im Makerspace in Erlangen erwarten wird.

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Makerspace – Foto: Jochen Hunger

net:works: FAU FabLab Erlangen – Einige werden euch vielleicht noch vom letzten Großraumfestival „made in …“ in Erinnerung haben. Für alle anderen: Wer seid ihr und wie habt ihr euch gegründet?

 Wir hatten bei „made in …“ Gelegenheit, Kontakte zu den Organisatoren zu knüpfen, welche später das FabLab Nürnberg gründeten. In den Köpfen rumorte es, bis wir uns ein paar Monate später dazu entschieden das FAU FabLab zu gründen und nach Mitstreitern unter den engagierten Studierenden gesucht haben. Kurz darauf, am 25. Juli 2011, hielten wir unser Konzept- und Gründungstreffen im FabLab Nürnberg, damals noch beim Co-Working Space. Es waren rund 30 Studierende dabei, von denen auch heute noch einige sehr aktiv sind. Mit dem Konzept für die ersten 3 Jahre, welches wir auf dem knapp sechsstündigen Treffen grob umrissen hatten, sind wir dann an die Universität herangetreten und haben Werbung dafür gemacht. Kurze Zeit später, hatten wir unsere ersten Räumlichkeiten, ab Oktober unser erstes Budget und seit Januar 2012 haben wir unser beliebtestes Gerät: den Lasercutter.

net:works: Auch wenn die FabLab-Bewegung schon über 10 Jahre alt ist, erklärt uns doch mal, was man sich unter einem FabLab vorstellen muss?

Ein FabLab ist ein Ort, an dem man zusammenkommen kann und seine Ideen in Wirklichkeit umsetzen kann. Dazu stehen hochwertiges Werkzeug und Maschinen bereit, die jedem Interessierten gezeigt und erklärt werden, sodass man selbständig seine Projekte verwirklichen kann. Von den Maschinen darf man sich aber nicht abschrecken lassen! Moderne Geräte wie der Lasercutter sind sogar außerordentlich leicht zu bedienen. Letztendlich gilt meist der Grundsatz „Kannst du’s zeichnen, kannst du’s bauen.“ Allgemein wird in einem FabLab versucht Hürden abzubauen. Quasi jeder kann unglaublich kreativ sein, wenn man nur die Möglichkeiten dazu einräumt.

fablab6.ca. halbbreitnet:works: Ihr werdet ja gleich in den ersten zwei Tagen des Makerspaces in der Stadtbibliothek am Start sein. Was erwartet den Besucher, wenn er vorbei kommt?

In der Stadtbibliothek werden wir unser bereits erprobtes „StabiLab“-Programm fortführen. Das heißt wir sind mit einem Großteil unserer Maschinen vor Ort und werden dazu Workshops und Öffnungszeiten anbieten. Die Maschinen sind: Lasercutter, 3D-Drucker, Folienplotter und neben einer T-Shirtpresse noch ein paar Lötstationen. In den Workshops und Öffnungszeiten gibt es die Möglichkeit in den Geräten eingewiesen zu werden und diese zu verwenden.

net:works: Braucht es irgendwelche Voraussetzungen oder Fertigkeiten, die man mitbringen muss?
Neugier! Alles weitere bringen wir euch bei :) Wenn man schon konkrete Ideen hat und ungeduldig ist, kann es helfen, sich die Anleitungen auf unserer Webseite anzusehen, dies ist aber nicht notwendig, da wir alles vor Ort noch einmal erklären.
net:works: Wie finanziert ihr euch und was macht ihr eigentlich, wenn gerade kein Makerspace in der Stadtbibliothek ist?

Unsere Aufgabe ist es, Interessierten die Möglichkeiten des FabLabs für ihre eigenen Projekte zur Verfügung zu stellen. Somit bieten wir regelmäßige Öffnungszeiten und hin und wieder Workshops an. Während der Vorlesungszeit haben wir mehr als 15 Stunden die Woche offen und in der vorlesungsfreien Zeit ein bis zwei mal die Woche. Wirklich alle, also explizit auch Nicht-Studenten, sind eingeladen, dann einfach ohne Voranmeldung vorbeizukommen.
Die Anschaffungen wurden über die letzten vier Jahre hinweg aus Studiengebühren und Studienzuschüssen finanziert. Darüber hinaus haben wir einige Spenden aus der Industrie erhalten, die knapp zehn Prozent von unseren Anschaffungskosten decken. Alle laufenden Kosten müssen durch die Nutzer getragen werden, d.h. es gibt Preise für die Nutzung der Maschinen, meistens pro Minuten, und für das Material. Alles in allem schaffen wir es aber nur gerade so mit einer schwarzen Null herauszukommen, weshalb wir auch in Zukunft auf Spenden und Unterstützer angewiesen sind.

Rainer Hertwig am 16. September 2015

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